Therapieablauf
Hier finden Sie ausführliche Informationen zum Therapieablauf in unserer Praxis.
Im ersten Arztgespräch werden alle wichtigen Punkte im Vorfeld geklärt (z.B. Vorbefunde, Therapieziele, Therapiekombinationen und Weiteres). Über die Planungs-CT wird zunächst die zu behandelnde Körperregion präzise erfasst, dann über die Bestrahlungsplanung technisch konkretisiert. Im Anschluss erfolgt die eigentliche Therapie und die Nachsorge.
Wie läuft meine Strahlentherapie ab?
Damit Ihr Termin optimal vorbereitet ist und Sie nicht lange warten müssen, bringen Sie bitte Folgendes zu Ihrem ersten Termin bei uns mit:
- Ihre Versichertenkarte und Ihren Überweisungsschein
- Medizinische Befunde (z. B. Arztbriefe, Tumorboard-Beschlüsse, Operationsberichte, Pathologiebefunde, Laborwerte, aktueller Medikamentenplan)
- Aktuelle Bilder (CT, MRT, PET-CT) und die dazugehörigen schriftlichen Befunde. Falls Ihre Bilder nicht online verfügbar sind (z. B. per QR-Code oder Link), bringen Sie diese bitte auf einer CD mit
- Falls vorhanden, Allergie- oder Implantat-Ausweise (z. B. Herzschrittmacher, künstliche Herzklappe)
Das ärztliche Gespräch und die Untersuchung dauern in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten. Ihr behandelnder Arzt bzw. Ihre behandelnde Ärztin prüft zunächst Ihre Unterlagen, bespricht Ihre Beschwerden und Vorerkrankungen ausführlich mit Ihnen. Anschließend wird eine gezielte Untersuchung durchgeführt, um ein vollständiges Bild über Ihren Gesundheitszustand zu erhalten. Erst dann wird gemeinsam mit Ihnen entschieden, ob eine Strahlentherapie für Sie sinnvoll und erforderlich ist.
Im Anschluss erläutert Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin das Therapieziel, erklärt Ihnen ausführlich den Ablauf der Behandlung sowie mögliche Nebenwirkungen und deren Behandlung. Außerdem werden Sie über über eventuelle Behandlungsalternativen informiert und es werden Ihnen Empfehlungen gegeben, wie Sie sich während der Strahlentherapie verhalten können.
In bestimmten Fällen ist es sinnvoll, die Strahlentherapie mit einer begleitenden Chemotherapie ("kombinierte Radiochemotherapie") zu kombinieren, um die Heilungschancen weiter zu verbessern. Dann findet auch ein zusätzliches Gespräch mit einem behandelnden Onkologen/Onkologin statt.
Im Gespräch mit Ihrem Strahlentherapeuten bzw. Ihrer Strahlentherapeutin haben Sie Gelegenheit, offene Fragen zu klären. Wir begrüßen es ausdrücklich, wenn Sie zu diesem Gespräch eine Vertrauensperson mitbringen. Zum Abschluss des Gesprächs vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin die Termine für die Bestrahlungsplanung und den Therapiebeginn. Sie erhalten außerdem eine Kopie Ihres persönlichen Aufklärungsbogens. Sollten Sie noch Fragen haben, unsicher sein oder Bedenkzeit wünschen, sprechen Sie dies gerne offen an!
Vor Beginn der Bestrahlung führen wir eine spezielle Computertomographie (CT) durch – das sogenannte Planungs-CT. Während dieser Untersuchung liegen Sie in der Position, die Sie später bei der Behandlung einnehmen werden. Damit wir eine gleichbleibende und komfortable Lagerung gewährleisten, setzten wir je nach Behandlungsgebiet spezielle Lagerungs-Hilfsmittel ein – wie Knierollen, Fuß/Knie-Positionierer oder individuell angefertigte Masken.
Zum Abschluss der CT-Untersuchung zeichnen unsere medizinisch-technischen Radiologieassistentinnen (kurz: MTRA) Hautmarkierungen an, die es uns ermöglichen, Sie während der gesamten Therapiedauer exakt zu positionieren. Die Markierungen überkleben wir mit transparenten Pflastern. Sie können also während der Therapiedauer natürlich Duschen. Falls eine Markierung verblasst oder sich ein Pflaster löst, werden sie von unseren MTRAs erneuert.
Das Planungs-CT liefert präzise anatomische Daten, die es uns ermöglichen, ein exaktes 3D-Modell des zu behandelnden Körperbereichs zu erstellen. Anhand des 3D-Modells erstellen wir einen auf Ihren Körper maßgeschneiderten individuellen Behandlungsplan, den sogenannten Bestrahlungsplan.
Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin bestimmt, wie viele Sitzungen nötig sind und welche Strahlungsintensität verwendet wird. Des Weiteren wird das Behandlungsgebiet und die zu schützenden umliegenden Organe und Gewebe millimetergenau festgelegt.
Ein Medizinphysik-Experte/Expertin plant anschließend die technische Umsetzung, berechnet die genaue Strahlendosis, die optimalen Einstrahlwinkel und die Strahlenverteilung. So stellen wir sicher, dass das Zielgebiet effektiv behandelt wird und gesundes Gewebe bestmöglich geschont wird.
Bei der ersten Bestrahlung, der sogenannten Ersteinstellung, übertragen wir Ihren persönlichen Bestrahlungsplan auf Ihren Körper. Dabei sind ein Arzt bzw. eine Ärztin, eine MTRA und ein Medizinphysik-Experte anwesend. Sie nehmen auf einem Behandlungstisch in einem angenehm beleuchteten Raum Platz und werden anhand der zuvor eingezeichneten Markierungen exakt positioniert. Mit modernen Bildverfahren (Röntgen und CT) überprüfen wir Ihre Position genau. Wenn nötig, korrigiert der Behandlungstisch Ihre Lage millimetergenau. Sobald Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Position freigegeben hat, beginnt die Behandlung.
Bei der Behandlung bleiben Sie ganz ruhig liegen, während der Bestrahlungskopf sich um Sie herum bewegt. Sie spüren und sehen den Behandlungsstrahl nicht. Bei Bedarf können Sie jederzeit über Monitore und Mikrofone mit uns Kontakt aufnehmen. Die Sitzung dauert etwa 10 bis 15 Minuten, wobei die eigentliche Bestrahlung meist nur wenige Minuten in Anspruch nimmt.
Die weiteren Bestrahlungen finden in der Regel täglich von Montag bis Freitag zwischen 8:00 und ca. 18:00 Uhr statt. In der Regel erhalten Sie fünf Bestrahlungssitzungen pro Woche. Unsere MTRAs führen diese Behandlungen durch, unsere behandelnden Ärztinnen oder Ärzte überprüfen Kontrollaufnahmen regelmäßig.
Ihre Termine erhalten Sie stets eine Woche im Voraus. Wenn Sie spezielle Terminwünsche haben, informieren Sie unsere MTRAs bitte frühzeitig. Falls Sie einmal verhindert sind, teilen Sie uns dies bitte rechtzeitig mit, um Behandlungsunterbrechungen zu vermeiden.
Jede Woche sprechen Sie während der Therapie mit Ihrem behandelnden Arzt bzw. Ihrer behandelnden Ärztin. Es wird kontrolliert, wie Sie die Behandlung vertragen und ob Nebenwirkungen auftreten. Unterstützende Maßnahmen wie Schmerztherapie, Hautpflege oder Ernährungsberatung können bei Bedarf erfolgen oder angepasst werden. Diese Gespräche bieten Ihnen die Gelegenheit, Fragen und Anliegen direkt zu besprechen. Bei dringenden Anliegen können Sie auch abseits der wöchentlichen Kontrollen einen ärztlichen Mitarbeiter kontaktieren.
Am letzten Behandlungstag findet ein Abschlussgespräch statt. Der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin beurteilt ihren Therapieverlauf, eventuelle Nebenwirkungen und gibt Hinweise für Ihr Verhalten und die Pflege nach der Therapie.
Gemeinsam vereinbaren Sie den Termin für Ihre erste Nachsorgeuntersuchung. Hier wird der Erfolg der Behandlung und das Abklingen möglicher Nebenwirkungen überprüft. Abschließend wird ein ausführlicher Arztbericht für Sie und Ihre Weiterbehandlung durch andere Ärztinnen oder Ärzte erstellt.